Reisebericht Travnik Bürgerreise vom 13.-18. Mai 2015

Blich über Travnik
27. Mai 2015

Landschaft zwischen Banja Luka und TravnikAnfang April sprach mich Roman Kulecki, der Büroleiter des „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig-Travnik e.V.“, im Rahmen einer Besprechung in Vorbereitung unseres „Jubilee Cup 2015“ auf die bevorstehende Bürgerreise an. Da Travnik im Herzen Bosnien Herzegowinas nicht zu den typischen Reiseadressen zählt, war ich von Möglichkeit begeistert, in relativ kurzer Zeit Land und Leute mit einer engagierten und erfahrenen Reisegruppe kennenzulernen. So ist es mir nicht schwer gefallen, meine Frau ebenfalls für diese Reise zu begeistern. Einziger Wermutstropfen waren die jeweils ca. 20 Stunden Busfahrt.

Pünktlich um 18.00 Uhr sind wir dann von der Goethestraße in Leipzig zum Abenteuer nach Travnik gestartet. Nach kurzer Zeit war uns klar, dass wir in eine äußerst sympathische und unkomplizierte Reisegruppe geraten sind. Einige Vereinsmitglieder stellten uns „Neuen“ auf der Busfahrt die Anliegen und Projekte des Vereins und das was uns in Travnik erwartet vor. In gespannter Erwartung ging es in die Nacht.

Am frühen Morgen war die Österreichisch-Slowenische Grenze erreicht. Noch ein paar Stunden später verließen wir die EU in Kroatien und fuhren nach Bosnien Herzegowina. Nach ca. 35 km erreichten wir Banja Luka. Ab da wurde es für die letzen 75 Kilometer auf einer engen Landstraße landschaftlich interessant. Diese Gebiet ist sehr bergisch, von Flüssen durchzogen mit malerischen Seen und kaum Ortschaften.

Besuch in TravnikGegen 14.00 Uhr Ankunft in Travnik. Kurze Verschnaufpause und Bezug unseres Motels etwas außerhalb der Stadt. Um 17.00 gab es einen geführten Stadtrundgang bei dem wir über die Geschichte und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt informiert wurden. Anschließend folgten wir einer Einladung zu einem Grillabend auf die mittelalterliche Burgruine. Es gab leckere Cevapcici im Fladenbrot. Hier konnte ich auch einen Vertreter des Fußballvereins „Bubamara Travnik“ kennenlernen. Salih Salihovic der sportliche Direktor freut sich schon auf den Besuch mit seiner Mannschaft Anfang Juli beim Jubilee Cup 2015 in Leipzig. Überraschen konnte ich Salih mit den mitgebrachten Souvenirs des 1. FC Lok. Trotz langsam aufkommender Müdigkeit zog es uns noch auf einen Absacker in die Pecina. Das heißt übersetzt die Grotte und ist ein legendäres Lokal von früheren Besuchen unserer Reisegruppe.

Am nächsten Tag schlossen wir uns dem Projekt Kita an und besuchten den staatlichen Kindergarten. Natürlich hatte der rührige Projektleiter Wolfgang Merseburger viele Geschenke für die Kinder mitgebracht. Nach herzlicher Begrüßung bekamen wir von der Leiterin des Kindergartens einen Überblick über den Alltag und die Sorgen und Nöte der dortigen Einrichtung. Sie ist für die Unterstützung aus Leipzig sehr dankbar. Besondere Freude kam bei den zukünftigen Schulanfängern auf, hatte doch Wolfgang für alle eine Federmappe mit im Gepäck.
Anschließend erkundeten wir Travnik auf eigene Faust. Eine liebenswerte Stadt in der jedoch auf Grund des nicht so locker sitzenden Geldes auch noch viele Kriegsschäden aus dem Krieg von 1992-1995 zu sehen sind. Die Bevölkerung ist sehr gastfreundlich und lebenslustig. Es sind besonders abends immer viele Leute unterwegs. Man trifft sich in einem der zahllosen Freisitze und trinkt Espresso und schleckt ein leckeres Eis, was sich nicht hinter dem italienischen verstecken muss.

Am Wasserfall Plava Voda in TravnikNach so vielen Eindrücken besuchten wir noch ein Basketballspiel. Schließlich hatten wir die Jugendmannschaft der Leipzig Eagles dabei. Da Basketball in Bosnien Herzegowina einen viel höheren Stellenwert besitzt als in Deutschland, befürchteten wir eine deftige Niederlage. Unsere Jungs spielten jedoch bravourös und unterlagen am Ende nur knapp mit 4 Körben.

Der Samstag führte uns zu einem Ausflug nach Sarajevo. An der Stadtgrenze bestieg ein Stadtführer unseren Bus und machte uns mit der doch so im Krieg geschundenen Stadt vertraut. Höhepunkt war die Besichtigung des Tunnelmuseums. Ein kurzer Rundgang durch die muslimisch geprägte Altstadt rundete den Besuch ab. Anschließend gab es Zeit zur freien Verfügung. So konnten wir noch ein paar Souvenirs zur Erinnerung besorgen.
Mit vielen neuen Eindrücken und einem kurzen Besuch auf dem Markt von Travnik ging es am Sonntag wieder gen Heimat, wo wir Dank der Fahrkünsten unserer beiden Busfahrer von den LVB wohlbehalten gegen 5.00 Uhr an unserem Ausgangspunkt angekommen waren.

Wir möchten uns ganz herzlich beim „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig-Travnik e.V. für Ihr Engagement und ihre immer freundliche und sachkundige Reiseleitung bedanken.

Clemens Jung

Geschäftsführer NETZwerk “blau-gelb” e. V.


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